4. Abschnitt.

Das Rennkajak.


Wir haben ohne Zweifel in den letzten fünf Jahren, die seit der Herausgabe der ersten Auflage von "Kanubau und Segeln" verflossen :sind, im gesamten Kanusport beachtenswerte Fortschritte gemacht. Das Rennkajak von heute ist nicht mehr das unnötig schwere und breite Boot aus dem Jahre 1918/19, das mit seiner runden Spantform dem Rennruderboot nachgebildet war. Besonders die Kämpfe der letzten beiden Jahre - 1923/24 - mit Schwedens besten Kajakmannschaften haben sowohl auf die Entwicklung unserer Rennkajaks, als auch auf die Technik unserer Kajakfahrer einen entscheidenden Einfluß gehabt.

Die Lehren jener sportlichen Kämpfe sprachen eine viel zu eindringliche Sprache, als daß sie einfach übergangen werden konnten. Bezogen auf das Rennkajak lauteten sie sehr eindringlich dahin, laß wir in Deutschland von unseren Glattwasser-Rennkajaks mit ihrer unbeschränkten Länge Abstand nehmen müssen, falls wir uns in Zukunft mit Erfolg an den internationalen Kajakrennen beteiligen wollen. Einige Vergleichsrennen haben zwar gezeigt, daß unsere längeren und schärferen Rennkajaks den kürzeren, nach internationalem Maß nur 5,20 m langen schwedischen Rennkajaks auf geschützter, windstiller Bahn überlegen sind, daß sie aber auf bewegtem, offenen Wasser bei etwas Seegang oder Dünung dem schwedischen Typ infolge der geringeren Stabilität und des kürzeren Vorschiffes stark unterlegen sind. Das kurze, scharfe Vorschiff des damaligen deutschen Rennkajaks steckte schon bei mäßigem Wellengang die Nase in die anlaufenden Wellen, während das ebenfalls sehr schlanke Hinterschiff dann höher herausragte und so dem Winde viel Angriffsfläche bot. Im Gegensatz dazu passen sich die Kajaks der Schweden dem im offenen Wasser herrschenden Wellengang und den dortigen Windverhältnissen besser an. Sie sind stabiler in der Spantform, besitzen vor allen Dingen ein langes, federndes Vorschiff, daß trotz der Schärfe seiner Konstruktions-Wasserlinie infolge seines völligeren Deckverlaufes in der Dünung nicht unterschneidet, sondern von den heranrollenden Wellen emporgehoben wird. An dem guten Verhalten dieser Kajaks im Seegang ist auch der verhältnismäßig hohe Freibord im Vorschiff und das durch den völligeren Decksverlauf erzielte große Reserve-Deplacement des Oberwasserschiffes mit beteiligt. Hinten laufen die Linien der schwedischen Kajaks ziemlich völlig ln ein flaches Achterschiff aus. Der Depl Ä und damit der Sitz der Kajakfahrer liegt beträchtlich weiter hinter der Bootsmitte, als es bei den deutschen Kajaks der Fall ist. Dieser Umstand trägt besonders zur Erzielung des langen, elastischen Vorschiffes der schwedischen Kajaks mit bei. Die in Deutschland neuerdings nach einem längst verflossenen, englischen Vorbild wieder hervorgekramte sogenannte Fischform, jetzt etwas umfrisiert mit Tropfenform bezeichnet, mit dickem, plumpen Kopf und fein verlaufenden Linien im Achterschiff; eine Form, die teilweise auch zur umgekehrten Tetraederform (Doppelkeilform) ausgeartet ist, steht in krassem Gegensatz zu dem erfolgreichen und erprobten Schwedentyp, da die Anwendung dieser Tropfenform dazu zwingt, den Sitz des Kajakfahrers wegen. der vorderlichen Lage des Depl Ä vor die Bootsmitte zu legen.
Die im Flugzeugbau so bewährte Tropfenform, arbeitet dort eben unter ganz anderen Verhältnissen. Ein Flugzeug, dessen einzelne Konstruktionsteile sämtlich dieser Form entsprechen, ist ganz von Luft umspült. Ein Kajak hat es aber nur zur Hälfte mit dem Wasser und zur anderen mit der Luft zu tun; Zudem muß es sich noch mit der oft nicht unbeträchtlichen Einwirkung der bewegten Wasseroberfläche auf den Oberwasserteil des Bootsrumpfes abfinden.
Auch das Gewicht des rennfertigen Kajaks spielt eine große Rolle; allerdings eine nicht ganz so große, wie das jeweils in Frage kommende absolute, Körpergewicht des Kajakfahrers und vor allen. Dingen, wie das Verhältnis der Muskelkraft zum Körpergewicht~ Nehmen wir zwei in Form, Linienführung und Gewicht völlig gleiche Kajaks an, setzen wir ferner zwei Kajakfahrer da hinein, deren Ausbildung und Technik einander völlig gleichwertig ist; der eine soll aber ein Körpergewicht von 65 kg besitzen, der andere ein solches von 81 kg, so wird unzweifelhaft der erstere als Sieger aus dem Zweikampf hervorgehen. Nehmen wir ferner an, daß das Gewicht der beiden Rennkajaks je 16 kg beträgt, so hat der erste Kajakfahrer insgesamt 81 kg, der zweite aber 97 kg mit derselben verfügbaren Antriebskraft (Antriebskraft ist hier mechanisch ausgedrückt das Produkt aus Muskelkraft und Technik) durch das Wasser zu treiben. Gerade in diesem Punkt, nicht nur allein in ihrer besseren Paddeltechnik, waren die Schweden wohl ihren deutschen Mitbewerbern bislang überlegen. Ihre Siege werden nicht nur in ihrem etwas besseren Bootsmaterial und ihrer unzweifelhaft überlegenen Technik zu suchen sein, sondern waren auch darin begründet, daß sie besser durchtrainierte, muskelkräftigere Körper von gleichem oder geringeren Gewicht als die deutschen Fahrer aufzuweisen hatten.
Es sind also hauptsächlich drei Faktoren: das Boot, die Technik und e~n gut durchtrainierter Körper in Verbindung mit zähem Willen zum Sieg; die, miteinander im Einklang stehend, bei den Kajakrennen den Ausschlag geben.
Ferner haben unsere nordischen Freunde mit den von uns für Rennzwecke ebenfalls verwendeten 2,65 bis 2,90 m langen Paddeln gebrochen. Das schwedische Paddel für Rennzwecke ist nur 2,40 In lang, dementsprer:;hend ist auch die Technik der Fahrer eine andere <217> wie bei uns; ihre Schlagzahl beträgt im Mittel etwa 85 bis 90 pro Minute und steigert sich im Endspurt noch um einiges. Die Schlagzahl des I.R.K.-Meisters von 1924, KarIsson, betrug 92 pro Minute. Des mangelnden Raumes halber ist es hier nicht möglich, alle in Frage kommenden Einzelheiten so ausführlich darzulegen, wie ich es zur erschöpfenden Behandlung der Rennkajak-Frage für nötig halte. Ich habe sie deswegen nur in ihren Grundzügen erörtert und verweise in Ergänzung derselben auf den Aufsatz von Franz Reinicke im "Kanusport", 4. Jahrgang; Nr. 27 vom 23. August, Seite 390 bis 391, der einen ausführlichen und schätzenswerten Beitrag zur Rennkajakfrage darstellt. Ebenfalls von hohem Wert für den Kajakfahrer sind die Aufsätze von Eddelbüttel, Hamburg, über deutsche und schwedische Rennkajaks, über die Gotenburg-Kampfwoche, über die Wissenschaft des Kanadierfahrens usw., die ebenfalls im "Kanusport", im vierten und fünften Jahrgang, erschienen sind.


Fig 262

Fig. 263. Hauptspant des Rennkajak. M = 1:7 1/2

Fig. 262 und 263 stellen den bisher unveröffentlichten Riß eines modernen, deutschen Rennkajaks dar. Der Konstrukteur hat bei diesem Entwurf die Erfahrungen der letzten Jahre im Kanubau durchaus berücksichtigt. Diesen Riß aber als den unter allen Umständen besten darzustellen und unterschiedslos für jeden Kajakfahrer, ob groß oder klein als am geeignetesten zu bezeichnen, wäre falsch. Er ist zur Hauptsache für bewegtes Wasser bestimmt und weniger für glattes Wasser geeignet. Er ist auch nur für mittelschwere Kajakfahrer gezeichnet. Für schwere Personen über 75 kg ist er also nicht mehr brauchbar. Aber gerade gegen Überlastung ist das sensible Rennkajak außerordentlich empfindlich. Ein starker und schwerer Rennfahrer braucht entsprechend seinem hohen Gewicht ein im Spant noch etwas völligeres und breiteres Kajak.

Abmessungen:
Länge über Alles5,20m
....i. d. CWL. 4,94m
Gr.Breite0,51m
BWL.0,47m
Seitenhöhe mittschiffs 0,21 m
Tiefgang0,09m
Freibord0,12m
Gewicht14 bis 17kg
Bauweise: Da die Bauart der internationalen Rennkajaks frei gestellt ist, so verbürgt wegen der scharfen Konkurrenz nur der im Rennruderbootsbau angewandte, glatte Holzbau mit furnierartig dünner Holzhaut den unbedingten Erfolg. Diese raffinierte Bauweise, deren Ausführung einen in diesem Spezialfach ausgebildeten Bootsbauer erfordert, ist natürlich für den Amateur ungeeignet. Jedoch gibt es für ihn eine andere, ebenfalls Erfolg verheißende Bauausführung, die hier kurz beschrieben werden soll:
Der Spantenriß des vorliegenden Rennkajaks ist in natürlicher Größe aufzuzeichnen und sind danach die Spantmallen anzufertigen. Die letzteren sind dann ebenso wie die beiden Steven über Kopf auf einer Helling aufzustellen - siehe auch den Abschnitt über Kanadier! -. Nach der sorgfältigen Aufstellung und dem Ausrichten der Mallen plankt man dann den Rumpf des Kajaks auf. Der Kiel ist vorerst außer acht zu lassen. Die Planken fertigen wir aus schmalen Streifen dünner, feinfasiger Kiefer an (Dicke = 3 bis 3½ mm, Breite = 30 bis 40 mm). Infolge der angewandten schmalen Planken ist das Aufplanken des schlanken Rennkajaks mit wenig Mühe und bootbaulichen Kenntnissen zu bewerkstelligen. Die Kanten der Planken stoßen wie im Krawelbau stumpf gegeneinander Nach dem Aufplanken werden die Spanten gedämpft oder in heißem Wasser gekocht und dann an den entsprechenden Stellen zwischen den Mallen eingebogen und vernietet. Sodann steift man die oberen Bordwände aus und nimmt die Mallen heraus. An ihrer Stelle wird ebenfalls noch je ein Spant eingebogen. Der innen mit den Spanten verschraubte Kiel, ferner der Dollbaum und die Decksbalken sind so dann einzubauen, ebenfalls die Plichtschlinge und die drei auf den Decksbalken verschraubten Längsleisten für das Segeltuchdeck. Dann ist der Rumpf außen zu behobeIn und mit Sandpapier zu glätten. Sichtbare Plankennähte sollen bei sauberer Arbeit nicht vorhanden sein, andernfalls kitte oder spachtle man sie aus. Nach dem Erhärten des Spachtels glättet man den Rumpf nochmals mit Sandpapier und ölt ihn dann ein- oder zweimal. Hierauf überzieht man den Rumpf mit Leinewand oder dünnem Mako-Segeltuch - siehe unter "Segeltuchkajak" Teil IV Abschnitt 2. - Durch sorgfältiges Spachteln, Schleifen und Lackieren erhält dann. die Segeltuch-Außenhaut eine Glätte, wie sie sonst. nur bei gut gebauten Holzbooten anzutreffen ist. Das Gewicht des so erbauten Kajaks wird 17 kg nicht Übersteigen.
Baubesteck:
Außenhaut: krawel 2½ bis 3 mm Gaboon bester Qualität oder weiße Kiefer, in schmalen Planken aufzuplanken, (für Anfänger: 3 bis 3½ mm). Breite der Planken mittschiffs = etwa 30 mm; an den Bootsenden auf 18 bis 20 mm verjüngt. Befestigung der Planken an den Spanten mit je zwei Kupfertacks, deren Spitzen innen auf den Spanten umzulegen sind; bzw. mit je zwei kurzen Messingschrauben. Die fertig aufgeplankte und sauber behobelte, geölte und geschliffene Außenhaut ist mit Leinewand zu beziehen (vorher mit dickem Lack streichen).
Spanten: Eiche oder Esche 8x4 mm in 100 mm Abstand; Demnach je fünf eingebogene Spanten zwischen zwei Mallen, die in 600 mm Abstand stehen. Nach Herausnahme der Mallen noch je ein Spant an deren Stelle einbiegen.
Kiel: Esche oder Kiefer, in einer Länge von Steven zu Steven durchlaufend, 22 breit und 10 dick, ist im Innern des fertig aufgeplankten Kajaks auf den Spanten liegend mit diesen zu verschrauben. Wo es angängig ist, kann der Kiel durch schwache Kiefernleisten 8x12 mit den Decksbalken - diese absteifend - verbunden werden. Mit dem Vor- und Hintersteven sind die Enden des Kiels gut zu verschrauben.
Vorsteven: Eiche; der Innensteven ist aus einem 22 mm starken, der äußere Steven aus einem 20 mrn- starken Eichen- brett auszusägen. Die beiden äußeren Steven werden erst nach dem Beziehen des Rumpfes mit der Leinewand angepaßt und dann mit Messingschrauben befestigt, siehe Fig. 267.

Dollbaum: weiße Kiefer = 20x10; in einem Stück durchlaufend.
Decksbalken: weiße Kiefer, 9 mm dick; Wölbung, siehe Seitenriß und Spant-Querschnitt.
Deck: aus Leinewand gefertigt und über je drei längslaufende Leisten gespannt. Mittelleiste aus Kiefer = 20x9, die beiden seitlichen Leisten = 18x6.
Plichtschlinge: aus Kiefer = 9 mm dick.
Plichtreeling: aus Gaboon = 6 mm dick und dampfgebogen.


Fig. 264 zeigt ein modernes Rennkajak der Gefrahawerft in Hamburg wie es diese Firma als neuestes Modell für das Jahr 1924 herausgebracht hat. Die bisher unveröffentlichte Zeichnung ist in mehr als einer Beziehung beachtenswert. Die runde Spantform verspricht allerdings wenig Formstabilität und die Linien des Hinterschiffes sind etwas reichlich völlig. Jedoch hat sich dieses Kajak auf der Alster als schnelles Boot bewährt.


Fig. 265.


Fig. 266. Bau-Spantenriß des Rennkajak von Högborg. M. = 1: 6.



Fig. 267

In Fig. 265 bis 267 sehen wir den von Högborg entworfenen Riß eines der neu esten schwedischen Rennkajaks. Auch diese Zeichnung erscheint in der Fachliteratur erstmalig. Högborg teilt erläuternd dazu mit, daß er auf den Entwurf große Sorgfalt verwandt habe und daher mit Bestimmtheit ein gutes Abschneiden dieses Rennkajaks erwarte. Es soll daher dieser schwedische Riß jedem Kajakfahrer zum Studium empfDhlen sein.
Die Bauweise des Högborgschen Rennkajaks. wie auch der großen Mehrzahl der von schwedischen Amateuren hergestellten Rennpaddelkajaks, gleicht völlig der des in Fig. 262 bis 263 beschriebenen Rennkajaks. Weit mehr als bei uns stellt man die Rennkajaks in Schweden im Selbstbau her. Die Kosten eines solchen Kajaks stellen sich auf kaum 100 Kronen, während das fertig gekaufte Rennkajak in Schweden etwa 175 Kronen kostet.

Für den in Schweden außerordentlich verbreiteten Selbstbau von Paddel- und Segelkajaks erhält man die Zeichnung des Spantenrisses und der Steven in natürlicher Größe von dem betreffenden Konstrukteur gegen ein billiges Entgelt.

Abmessungen:
Länge über Alles 5,10 m
Gr. Breite 0,54 m
Deplacement bis CWL 92 kg

Baubesteck:
Außenhaut: Kiefer 4 mm dick, krawel in schmalen Planken aufzubringen, und mit Segeltuch zu beziehen.
Spanten: Esche, 9x5 in 100 mm Abstand, über Mallen zu dämpfen (Mallabstand = 300 mm).
Kiel: Esche 22x10,auf
Innenkante Spanten zu verschrauben. Von Steven zu Steven durchlaufend.

Steven: aus je zwei Stücken, dem Innensteven "A" von 23 mm Dicke und den äußeren Teil "B" von 20 rnrn Dicke. Beide Steven erhalten eine Messingschutzleiste, siehe Fig. 267.
Dollbaum: Kiefer 22x 10.



Fig. 268
Fig. 268. zeigt das Paddelkajak "Vaag" des bekannten und geschätzten schwedischen Konstrukteurs Sven Thorell. Es ist abgesehen von der geringeren Länge von nur 4,50 rn den Rennkajaks zuzurechnen. Eine geringe Vermehrung des Mallabstandes von 300 auf 346 mm, würde die Länge des Bootes auf das internationale Maß von 5,20 rn bringen. Seine Breite von 54 cm und sein guter Linienverlauf lassen es auch für rauhes Wasser sehr geeignet erscheinen.
"Vaag", deren Risse schon in der ersten Auflage von "Kanubau und -Segeln" enthalten waren, hat in Deutschland viele Liebhaber gefunden - es hat sich auch als schnelles, vortreffliches Boot für kurze Tagesfahrten bewährt. Ein Selbsthersteller hatte es in Stettin erbaut und schrieb dann, daß er damit selbst die stärksten Dampferwellen sicher nimmt, ohne WaSser an Deck zu bekommen. Es war aber leider mit wenig Verständnis als reines Segeltuchboot auf Sentlatten hergestellt.

Baubesteck der "Vaag".
Kiel: Kiefer, 20 mm dick; 30 breit.
Spanten: 14 ausgesägte Spantrahmen 8 mm dick, 20-28 breit. Sentlatten: 7 an jeder Seite, 20x5 im Querschnitt aus einer einzigen Länge.
Plichtrand: 6 mm dick, hinterer, runder Teil durch einen
Süllrand-Unterzug 20x10 verstärkt (gedämpft einzubiegen). Balkweger: 20x10, Kiefer.
Steven: 30 dick, Eiche.
Außenhaut: Wallroß- oder Gummihaut, oder leichtestes Mako-Segeltuch.
Deck: Aus Segeltuch.
Gewicht: 19 kg.
Zum Schluß seien noch die üblichen Bedingungen für solche Schwedischen Rennkajakleute mitgeteilt, die sich um die in Schweden verliehenen bronzenen, silbernen und goldenen Medaillen bewerben.
Diese wohl allgemein interessierenden Bedingungen sind folgende: Für die Erwerbung der bronzenen Medaille wird verlangt, daß der Bewerber unter Kontrolle zweier, vom schwedischen Kanuverbande zugelassenen Kontrollbeamten auf einwandfreier Bahn 1500 m in 9 Minuten 30 Sekunden und 10000 m in 1 Std. 8 Minuten paddelt. Für die Erwerbung der silbernen Medaille wird folgendes verlangt: 1. Besitz der bronzenen Medaille; 2. daß im Jahre nach dem Erwerb der Bronzemedaille die gleichen Strecken unter denselben Bedingungen in höchstens 9 Minuten, bzw. 1 Std. 4 Minuten gepaddelt werden.
Der Erwerb der goldenen Medaille ist an verschärften Bedingungen geknüpft; doch wird dem Paddler, der nach dem erreichten zweiunddreißigsten Jahre im Besitz der silbernen Medaille ist, die goldene Medaille auch nach dem Bestehen einer leichteren Prüfung verliehen.

"Uji" von Schöner, München, als Renneiner gebaut, ist ein sehr erfolgreiches Rennboot, In Fig, 380 sehen wir den Linienriß und den Sentenplan des nur 12 kg schweren Rennfaltbootes dargestellt. Ein Blick auf die Zeichnung sowie auf die Abbildung 381 sagt uns, daß "Uji" in raffIniert einfacher Weise auf Senten - vier an jeder Seite - erbaut ist. "Uji" hat in der Hand seines Konstrukteurs viel Gutes geleistet und war fast stets in den von ihm bestrittenen Rennen, besonders in den ersten Isarregatten, erfolgreich. Es ist aber ausschließlich Rennboot und für Wanderzwecke nicht geeignet. Seine runde Spantform und die geringe Breite von nur 50 cm gibt ihm für solche Zwecke nicht die erforderliche Stabilität.